Training Special Trainingslager

Raelert, verkappter Schneemann

Geheime Methoden? Darauf stehen die Profis

tri2b.com - Redaktion am 24.11.2004 - 19:59 Uhr

Einmal wie Lothar und Nicole Leder trainieren, oder das Lieblingstraining von Timo Bracht versuchen? Kein Problem – tri2b.com hat sich bei deutschen Triathlonprofis umgehört und nach deren liebsten Trainingslagereinheiten gefragt. Hier die Ergebnisse unserer kleinen Umfrage.

Heidi Jesberger – Die Sonnenanbeterin
"In den letzten Jahren war ich im Frühjahr immer auf Lanzarote, im Club La Santa. Meine liebsten Trainingseinheiten waren ruhige Radausfahrten. Ich genieße die Sonne und das angenehme Klima. Im Süden habe ich immer das Gefühl, dass sich alles viel leichter trainieren lässt und man nicht so schnell krank wird.“

Heike Funk – Kraft vom Cappuccino-Berg
„Man suche nach ausgiebigem einstündigem Einfahren einen Berg mit möglichst konstanter, verkehrsarmer und vor allem langer Steigung, lang genug für 15 bis 20 Minuten Fahrzeit. Ideal ist eine Steigung von um die sieben Prozent. Die presse man mit einer Zeitlupentrittfrequenz von um die 50 Umdrehungen pro Minute bergauf. Aus dem Sattel gehen verboten! Der Puls muss dabei gar nicht besonders hoch sein. Die unökonomisch niedrige Trittfrequenz sorgt schon für eine ausreichende muskuläre Beanspruchung. Oben angekommen? OK, umdrehen, locker runterkurbeln und dann das Ganze noch mal. Letztes Jahr haben wir dabei in der ersten Trainingslager-Woche 3 Wiederholungen (=3x20 Minuten) gemacht und in der zweiten Woche dann 5 Wiederholungen.“

„Am nächsten Tag sind nach einer solchen Einheit erst mal „Gummibeine angesagt“. Da sollte man lieber schwimmen oder einen Ruhetag einstreuen. Dafür kann man aber mit drei bis vier Tagen Abstand zur einem solchen Training plötzlich in der Ebene ungeahnt dicke Gänge bewegen. Von unserem Standpunkt Cecina di Mare aus – den wir uns übrigens auch für 2005 ausgesucht haben – war das Ziel für die besagte Trainingseinheit jeweils der Anstieg nach La Sassa, ein malerisches Bergdorf. Typisches Toskana-Postkartenidyll und absolut verkehrsarm. Jedes Mal, wenn ich am Gipfel angekommen war, dachte ich mir: ‚Dort könnte man sicher auch schön ruhig einen Cappuccino trinken und einfach den Ausblick genießen’.“

Lothar Leder – 12 Uhr Mittags in Sineu
„Im Frühjahr ist es mit mir und Nicole ganz langweilig und klassisch: Ein 150er auf Mallorca für die Grundlagenausdauer. Am besten in der Gruppe, damit es nicht so wehtut. Es ist mir eigentlich egal, von wo wir auf der Insel losfahren, denn nach 100 Kilometern machen wir sowieso meistens einen Stopp auf dem Marktplatz in Sineu im Zentrum der Insel. Für einen Cafe con Leche und was Süßes – aber Vorsicht! Der Bäcker macht um 14:30 Uhr Siesta.“

Alexander Taubert – Je länger, desto besser
„Meine besondere Vorliebe im Frühjahrstrainingslager liegt nach der langen Winterpause mit Sicherheit beim Radfahren – und je länger desto besser! Das alles bei angenehmen Temperaturen und viel Sonne. Damit versuche ich, schnell wieder meinen Rhythmus zu finden, um dann bald mit dem Tempotraining beginnen zu können. Bevorzugte Locations sind für mich die Kanaren oder Mallorca.“

Timo Bracht – Durchs Tal des Todes
„Für meine liebste Trainingseinheit im Frühjahr muss ich nicht lange überlegen: Es ist eine fünf bis sechs Stunden lange Radausfahrt im Grundlagentempo. Ich probiere aber nicht einfach so dahinzukurbeln, sondern fahre am liebsten bergige Strecken mit einer großen Kraftausdauerkomponente. Eine absolute Traumtour ist der Küstenklassiker auf Mallorca. Oder auch das ‚Tal des Todes’ von San Niclas nach Artenara auf Gran Canaria.
Die Grund ist sicherlich der spezifische Reiz zur Verbesserung der Grundlagenausdauer. Daneben spielt für mich das Erlebnis, lange durch die Berge zu fahren und die Aussicht zu genießen, noch eine große Rolle.“

Jan Sibbersen – Berge für die Kaffeepause
„Meistens bin ich im Frühjahr auf Mallorca, daher steht natürlich eine Radeinheit in meiner Beliebtheitsskala ganz oben. Ich starte in Pollenca, über das Kloster Lluc geht es hinauf auf den Puig Major und dann schnell runter zum ersten kurzen Kaffeestop nach Soller. Dann fahre ich über den Col de Soller nach Bunyola und über Santa Eugenia nach Sineu. Hier gibt es den zweiten Kaffeestop, mit Torte und Eis! Wenn dann der Wind gut steht, geht’s wie von alleine über Muro und C´an Picafort nach Hause. Die Hauptmotivation sind natürlich die Kaffeestops und die vielen verschiedenen Landschaften. Die Intensität ist fast egal, man freut sich so oder so auf den Kuchen in Sineu.“

Andreas Raelert – Der Schneemann
„Ich denke noch gar nicht ans Frühjahr. Ich freue mich jetzt riesig auf das Langlauf-Trainingslager mit der Nationalmannschaft im schweizerischen Davos im Januar. Mir gefällt das Langlaufen wirklich sehr, denn es bringt meiner Meinung nach viele Vorteile: Man trainiert die allgemeine Grundlagenausdauer und gleichzeitig die Kraftausdauerfähigkeiten. Neben der allgemeinen athletischen Ausbildung, bei der auch unterentwickelte Muskelgruppen beansprucht werden, setzt das Langlaufen neue Reize und macht mir persönlich sehr viel Spaß. In der gemäßigten Höhe von Davos (1.600 Meter) wird sich die Länge der Trainingseinheiten zwischen 90 Minuten und fünf Stunden bewegen.“



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