
Kraft- und Athletik
Neue Reize als Meistermacher
Boris Beuke für tri2b.com am 15.05.2008 - 22:25 Uhr
Für viele rückt zu dieser Jahreszeit der erste Höhepunkt der Saison immer näher. Ein Rennwochenende reiht sich bald an das andere. Aber was wird eigentlich dazwischen gemacht – ausschließlich Regeneration? Überall liest man zur Zeit im Zusammenhang mit Training Begrifflichkeiten wie koordinative Fähigkeiten, Core Training oder ganz allgemein alternative Trainingsmethoden. Aber was sind eigentlich alternative Methoden?
Als Trainingsmethoden werden in der Sportwissenschaft verschiedene Maßnahmen, Mittel und Inhalte bezeichnet, die das Training planbar und zielorientiert gestalten. Dabei kennt eigentlich jeder erfahrene Sportler verschiedene Methoden – seien es die klassischen Methoden im Ausdauertraining wie Dauer-, Intervall-, Wiederholungsmethode oder in den Bereichen des Krafttrainings die Pyramidenmethode. Die Aufzählung könnte man natürlich noch weiterführen, aber für einen kurzen Einblick sollte es genügen. Wichtig ist, dass es für jedes Trainingsziel eine über die Jahre hinweg erprobte Trainingsmethode gibt, die am ehesten Erfolg versprechend ist. Aber ist es nicht möglich, auch mal die gewohnte Routine durcheinander zu wirbeln, etwas Neues ausprobieren? Allerdings ohne dabei den Körper durch zu starke Reize zu überfordern!
Neue Reize für den Athleten
Zur Zeit gibt es keine gängige Definition von alternativem Training. Prinzipiell sind darunter sämtliche Belastungsreize zu verstehen, die entweder mit der eigentlichen Hauptsportart, also der Kombination Schwimmen, Radfahren und Laufen nichts zu tun haben und somit nicht zu den eigentlichen Leistungsvoraussetzungen zählen. Auf der anderen Seite zählen auch spezifische Trainingsmittel dazu, die man quasi als Ergänzung zum eigentlichen Hauptbestandteil des Trainings einsetzt. Denn Alternativen sind nur so lange gut, bis diese selbst nicht mehr als Alternative angesehen werden. Aus diesem Grund liegt einer der größten Reserven in dieser Art des Trainings, um einfach einmal etwas anderes zu trainieren und so neue Reize setzen zu können. Neue Reize können nämlich auch als neue Herausforderung verstanden werden.
| Der Autor Boris Beuke hat Dipl. Sportwissenschaft an der Universität der Bundeswehr in München studiert und sich während des Studiums vor allem mit der Thematik Ausdauersport, alternative Trainingsmethoden und Entwicklung im Laufschuhbereich beschäftigt. Als Trainer unterstützt er vor allem Langstreckenläufer in der Marathonvorbereitung. |
Vorbeugen vor Verletzungen
Eine weitere hohe Bedeutung, die Sportwissenschaftler, Trainer und Athleten dieser Art von Training beimessen, hat mit der Verletzungsprävention zu tun. Wie neuere Untersuchungen zeigen, resultiert eine hohe Zahl der Triathlon spezifischen Überlastungsschäden aus einem nur ungenügend ausgeprägten und somit schützenden Muskelkorsett. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Zu hohe Trainingsbelastung in den Hauptsportarten und daraus entstehende Dysbalancen des Schultergürtels und der Lendenwirbelsäule, Stressfrakturen, Insertionstendophatien oder einfach mangelndes Wissen über die richtigen Trainingsmethoden und Mittel. Nur wenige Ausdauerathleten besuchen regelmäßig ein Fitnessstudio oder kommen in den Genuss einer one to one-Betreuung durch einen privaten Trainer. Vielleicht fehlt auch die Motivation für ein nicht immer einfaches Training der eigenen Defizite.
Training so effektiv als möglich
Dabei gibt es mittlerweile eine Vielzahl von verschiedenen Geräten und Anbietern auf dem Markt, die sich vorwiegend in zwei Bereich aufteilen. Einerseits findet man die Vertreter der Core (Performance) Philosophie, die ursprünglich aus den USA stammt. Auf der anderen Seite geht es um die Ausbildung von so genannten intramuskulären Muskelstrukturen, bei gleichzeitiger Schulung von koordinativen Fähigkeiten wie Gleichgewichts-, Rhythmisierungs- oder Differenzierungsfähigkeit.
Unter Core (Performance) Training versteht man die Kräftigung des gesamten an der Haltearbeit beteiligten Muskelgruppen wie Rumpf-, Rücken-, Bein- und Schultermuskulatur. Vorreiter und Initiator sind die Amerikaner Mark Verstegen und Pete Williams, die unter anderem zahlreiche US-Olympioniken betreuen. Sie gehen von dem Ansatz aus, dass die wenige zur Verfügung stehende Zeit möglichst effektiv genutzt werden muss. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich der Athlet in der Vorbereitungs- oder Wettkampfperiode befindet. Jeder Sportler sollte regelmäßig derartige Kräftigungsübungen durchführen.
Im Teil 2 werden die Möglichkeiten zur praktischen Umsetzung aufgezeigt.
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