H. Eggebrecht für tri2b.com am 20.06.2008 - 07:48 Uhr
Die Frankfurter Sparkasse IRONMAN European Championships ziehen in diesem Jahr einmal mehr ihren Reiz aus dem Dreikampf der Hawaii-Sieger, der letzten vier Jahre. Normann Stadler, Faris Al-Sultan und Chris McCormack sind die großen Namen, wenn es am 6. Juli um die europäische Ironman-Krone geht. Mehr als nur ernsthafte Konkurrenz kommt dabei fast ausschließlich aus dem deutschen Lager, dass von Vorjahressieger Timo Bracht angeführt wird. Bei den Frauen bekommen die German-Irongirls diesmal mit der Hawaii-Siegerin Chrissie Wellington eine ganz große internationale Konkurrentin präsentiert.
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Hinter Wellington, die drei Ironman-Start und auch drei Ironman-Sieg zu Buche stehen hat, sind Vorjahressiegerin Nicole Leder und die Siegerin des Jahres 2006, Andrea Brede, die mit ihrem Sprintfinale das Rennen im letzten Jahr prägten, die nächsten Anwärterinnen auf den Titel. Nimmt man die Ergebnisliste des letztjährigen IM Hawaii als Gradmesser, dann könnte Kathrin Paetzold ganz weit vorne im Kampf um die beste Deutsche sein. In Kona hatte es die junge Schönaicherin schon einmal geschafft. Im Feld der 13 gemeldeten Profifrauen steht nur noch eine weitere ausländische Athletin. Virgina Berasategui, im August 2007 bei der Premiere des 70.3 IM Wiesbaden erfolgreich, startet Ende Mai auf Lanzarote und wurde dort als hochgehandelte Topfavoritin Fünfte.
Macca auf dem Papier der Topfavorit
Setzt man die Testrennen als Gradmesser für die Siegchancen auch bei den Herren an, dann fällt als erstes der Name Chris McCormack. Dem Australier gelang mit seinem Start-Ziel-Sieg beim Kraichgau Triathlon ein vielbeachteter Erfolg. Normann Stadler und Timo Bracht zeigten mit ihren Leistungen bei der Mitteldistanz DM in Kulmbach ebenso, dass die Formkurve in Richtung IM Germany stimmt. Auf dem Papier hinkt Faris Al-Sultan hier etwas hinterher. Beim Bonn Triathlon war es aber vor allem ein Defekt am Rad, der dem Münchner zu schaffen machte. Die zweitbeste Laufzeit des Tages verriet aber, dass der 30-Jährige an seiner im Vorjahr selbst ausgemachten Laufschwäche gearbeitet hat.
Deutschland kompakt
Dahinter kommt nahezu die gesamte deutsche Langdistanz-Elite für einen Toprang in Frage. Der Vorjahreszweite Michael Göhner, Frank Vytriasal, der sich in dieser Saison voll auch den Sport konzentriert hat, Maik Twelsiek, Jan Raphael, Andreas Böcherer und Markus Fachbach sind allesamt Anwärter für einen Platz ganz vorne. Dazwischen könnten sich noch ein paar internationale Farbtupfer auftun. Die Llanos Brüder aus Spanien und der Neuseeländer Cameron Brown, um den es im letzten Jahr wegen Verletzungsproblemen sehr ruhig geworden ist, wollen etwas mehr internationales Flair an den Main bringen.
Neben der Profientscheidung geht es in Frankfurt aber vor allem auch um 120 Startplätze für den IRONMAN Hawaii. Über 2.700 Athleten aus 38 Nationen werden am 6. Juli versuchen die Hawaii-Quali zu schaffen, persönliche Bestleistungen aufzustellen oder einfach nur mit erhobenen Hauptes die Finishline am Frankfurter Römer zu erreichen.